Montag, 19. April 2010

Ibarra

Nun habe ich endlich etwas Zeit gefunden um euch von meinem Trip nach Ibarra zu berichten..
Am Morgen nach dem Konzert (also an Karfreitag) fuhren wir also von Quito nach Ibarra, eine Strecke von etwa 2 Stunden.. In Ibarra angekommen machten wir Halt an einem kleinen und wunderschoenen See ein bisschen ausserhalb von Ibarra um Zmittag zu essen. Danach fuhren wir ein bisschen um den See herum un konnten die total schoene Landschaft betrachten und schossen viele Fotos. Danach amchten wir uns auf die Suche nach einem Hotel und nach etwa 4 Runden durch die Stadt fanden wir dann schlussendlich auch eines. Den Abend verbrachten wir dann bei irgendwelchen Verwandten in San Antonio einem Dorf etwas ausserhalb von Ibarra. Dort konnten wir eine unglaublich eindrueckliche Darstellung (also wie ein Theaterstueck) der Kreuzigung von Jesus anschauen die wirklich riesig mit total viel Aufwand durchgefuehrt wurde...
Am naechsten Tag fruehstueckten wir wieder bei diesen Verwandten (ich glaube das war irgendwie die Schwester von der Frau vom Cousin meines Gastvaters...) und sie nahmen uns dann mit an einen Ort etwas in den Bergen (in einer super schoenen Landschaft) wo es ein Frei- und Thermalbad gab... Da es schoen warm war gingen wir dann auch richtig baden und verbrachten einen schoenen Vormittag... etwa um 4 Uhr nachmittags gings wieder zurueck nach Ibarra und von dort direkt nach Atuntaqui, einer kleinen Stadt die sehr beruehmt ist fuer Kleidung.. und die Strassen sind wirklich voll von Kleidergeschaeften..!! Wir Maedels waren also im Paradies und zur feier des Tages hat unser Papa dann auch allen etwas gekauft :)
Am naechsten Tag war dann shcon Sonntag und somit gings wieder nach Hause.. Auf dem Weg haben wir noch Halt an einem weiteren See gemacht, einige Andenken gekauft und Fotos geschossen... einen zweiten Halt gabs in cayanne (ich glaube die Stadt hiess so) wo wir fruehstueckten und einige Spezialitaeten probierten und dn gings auch schon ab nach Quito.. Dort assen wir Zmittag bei meiner Tante und verbrachten den Nachmittag dort und gegen Abend waren wir wieder in Latacunga..
Und am naechsten Tag hiess es schon wieder Schule ... :)

Das war also mein Trip nach Ibarra, wo es mir sehr gut gefallen hat, es gibt sehr schoene Natur rund um Ibarra und es war schoen wieder einmal etwas neues kennenzulernen!
Nun sind es noch genau 60 Tage bis ich wieder nach Hause fliege und Ich will eigentlich nicht so wirklich weg von hier... Ich moechte jetzt einfach noch so viel wie moeglich unternehmen, erleben, sehen und die letzten Wochen gut ausnutzen!!

Mittwoch, 7. April 2010

GUNS'N'ROSES

Am 1 April kam die amerikanische Rockband Guns'n'Roses zum ersten Mal ueberhaupt nach Ecuador und ich wollte mir dieses Ereignis natuerlich nicht entgehenlassen!! So beschloss ich also zusammen mit meiner schwester (die eigentlich wirklich nichts mit Rock am hut hat) zum Konzert zu gehen. So machten wir uns also am morgen des letzten Donnerstags zusammen mit dem Freund meiner Schwester und dessen Freunden auf nach Quito. Dort holten wir noch einen weiteren Freund in seiner Wohnung ab und alle zusammen kamen wir um etwa 16 Uhr beim Stadion Atahualpa, wo das Konzert stattfand, an. Vor dem Stadion hatte sich schon eine riesige Menschenmenge angesammelt (alle schoen schwarz gekleidet, meine Schwester war doch etwas veraengstigt :) ) und wir draengten uns dann in die lange Schlange ein, wo ein weiterer Freund schon am anstehen war. Die zwei Stunden Wartezeit, bis man uns um 18 Uhr endlich reinliess verging eigentlich relativ scnell, da wir von lauter Cuencaños (Maenner aus Cuenca, einer Stadt im Sueden Ecuadors) umgeben waren, die auch schon etwas angetrunken waren und uns mit ihrem lustigen Dialekt sehr gut unterhielten :)
Wie schon gesagt, um 18 Uhr liessen sie uns dann endlich rein, und wir wurden gut kontrolliert, und ich musste sogar meinen schoenen Schweizer Militaergurt abgeben ):
Endlich drin angekommen, wurde uns bewusst, wie nahe wir an der Buehne waren... Ich bin ziemlich schlecht im schaetzen aber ich wuerde sagen es waren etwa so 15 Meter oder ein bisschen mehr. Als wir dann endlich den Platz gefunden hatten hiess es wieder einmal warten... Und wir warteten bis um etwa 20 Uhr, als die erste Vorband (eine Rockband aus Ecuador) zu spielen begann.. darauf folgten zwei weitere Vorbands und danach (um etwa 22 Uhr) hiess es einmal mehr warten...... Ich war schon ziemlich muede und wir konnten uns unmoeglich setzten, da unglaublich viele Leute um uns herum waren aber meine Beine haben mir wahnsinnig wehgetan vom vielen stehen. Dann, etwas nach Mitternacht, mit guten 4 Stunden Verspaetung kamen dann endlich die Guns'n'Roses. Und das Konzert war einfach ein riesiges Spektakel... Die ganze Muedigkeit war weg und es hat sich wirklich, wirklich gelohnt, so lange zu warten..!!! Wir haben mitgesungen, geschrien und sind wie sild rumgesprungen... Und die Guns haben wirklich all die besten Songs gespielt und es war einfach unglaublich..!!!!! Nach etwa zweieinhalb Stunden war das Konzert dann zuende..
Und als wir dann noch etwa eine halbe Stunde warten mussten, bis wir aus dem Stadion rausdurften, konnten wir uns dann endlich endlich zum ersten Mal nach mer als 10 Stunden stehen absetzen. Um etwa 3 Uhr morgens waren wir dann draussen und ussten noch ewig lange durch Quito laufen, um ein Taxi zu finden.. Und so ging dieser lange lange Tag dann zuende. Am naechsten Tag fuhren wir mit meiner Familie nach Ibarra, davon erzaehle ich euch im naechsten Bericht. Jedenfalls war ich die nachsten Tage und bis jetzt immer noch ein bisschen traumatisiert vom Konzert, weil es einfach genial war und eines meiner allerbesten Erlebnisse in diesem Jahr..!!

Das wars auch schon wieder von heute, in den naechsten tagen werde ich euch dann von unserem Trip nach Ibarra erzaehlen.
Machts gut, Sonja


ps: was ich bei meinem Geburtstagsbericht noch vergessen habe... Am Abend meines Geburtstags gab es ein kleine Erdbeben hier in Latacunga. etwa 10 Sekunden lang hat das Haus ein bisschen gewackelt.. war aber wirklich nicht stark. :)

Geburtstag

Hola amigos :)
Mit etwas Verspaetung möchte ich euch nun endlich erzählen, wie ich meinen 16Geburtstag hier in Ecuador erlebt habe. Am 25. März ging ich wie normal zur Schule, wo uns aber mitgeteilt wurde, dass wir, das heisst meine Klasse, wegen eines Vorfalls den ganzen Tag keinen Unterricht haben werden. Also hatten wir neun Freistunden. Alle haben mir natürlich zum Geburtstag gratuliert und “cumpleaños feliz” gesungen und dann wurde ich gleich einmal in die ecuadorianischen Gebutrstagstraditionen eingeführt. Es ist hier üblich, dem Geburtstagskind mit einem Ledergürtel die Anzahl Jahre, die man alt wird, auf den Hintern zu schlagen. So wurde ich also 16-mal abgepeitscht, was doch ziemlich schmerzhaft war!! Danach haben wir uns alle zusammen hingesetzt, gesungen, Fotos geschossen… Es gab sogar noch Kuchen für alle und wir haben wirklich einen tollen Tag verbracht. Am Nachmittag bin ich mit meiner Gastschwester und einigen Klassenkameraden zu einem Freund nach Hause gegangen, wo wir meinen Geburtstag dann noch einmal im kleinen Kreis gefeiert haben. Zuhause wurde am Abend für mich im Kreise meiner Familie fein gekocht (ich hatte mir Tacos, also mexikanisches Essen gewünscht). Wir hatten meine Tante und meinen Cousin eingeladen und alle haben dann noch einmal für mich gesungen und so haben wir wirklich schön gefeiert. Zum Glück wurde ich dann von einer weiteren ecuadorianischen Tradition verschont, bei der das Geburtstagskind kopfüber mit dem Gesicht in die Torte gedrückt wird. Mein ecuadorianischer Papa hat mich gefragt, was ich mir den zum Geburtstag wünsche und da ich nicht unbedingt etwas Materielles wollte, habe ich mir eine Reise mit der ganzen Familie an den Strand gewünscht. Somit werden wir im April irgendwann an die Küste fahren, worauf ich mich schon sehr freue.

Am Tag nach meinem Geburtstag war eigentlich eine grosse Party mit all meinen Freunden geplant, aber als ich (schon typisch ecuadorianisch wieder einmal etwas verspätet) ankam, hatten sich einige Freundinnen mit dem Bruder der Gastgeberin zerstritten und deswegen waren alle Gäste schon wieder gegangen. Die Fiesta war also im Eimer und ich war zuerst etwas traurig, da ich mich halt schon lange gefreut hatte und es mein einziger Geburtstag hier in Ecuador ist, aber wir werden die Party sicherlich noch nachholen!

Einige Tage vor meinem Geburtstag ist von meiner Familie ein Paket voll Schweizer Schokolade angekommen (an dieser Stelle vielen Dank an meine Familie), womit ich meine Familie und meine Klasse beschenkt habe. Die Schokolade war schnell aufgegessen und meine Familie und alle Freunde waren hin und weg!

das wars also schon von meinem geburtstag, bis bald!!

Dienstag, 16. März 2010

Unterschiede....

Hola!!
Heute moechte ich euch einige kleine Dinge aufzaehlen, die mir hier am Anfang besonders aufgefallen sind, und die anders sind als in der Schweiz, oder einfach typisch Ecuador:

Essen & Trinken:
-Hier wird eigentlich selten mit Gabel und Messer gegessen, oefters einfach mit einem Loeffel oder nur einer Gabel. Fleisch wird mit den Haenden gegessen oder einfach auf die Gabel gespiesst und abgebissen. Und ich habe mich schon einige Male darueber aufgeregt, weil ich das dumme Spiegelei einfach nicht so toll mit dem Loeffel zerschneiden konnte :)
-Es gibt hier jeden Tag Reis. Ohne Reis gehts nicht. Reis mit Fleisch. Reis mit Poulet. Reis mit Pommes (und Fleisch natuerlich). Reis mit Spiegelei (mein Favorit)Reis mit Lasagne. Reis mit Spaghetti. Reis mit........
-Alle Ecuatorianer lieben Pizza ueber alles. Obwohl meiner Meinung nach die Pizza hier zwar lecker, aber nicht mit Pizza in der Schweiz oder Italien vergleichbar ist.
-Hier trinkt wirklich niemand Wasser. Die meisten Ecuatorianer koennten ohne Cola nicht leben. Bei mir zuhause gibts also immer nur Coca Cola oder andere Sodas (ich weiss das Wort gerade nicht), wie Fanta oder aehnliches. Ich habe mich zum Glueck aber schon durchgesetzt, dass meine Mama immer Wasser kauft, denn
-Das Leitungswasser ist nicht unbedingt trinkbar, deswegen kann man 5Liter-Flaschen von Wasser kaufen.
-Es gibt nur Gasherde, keine Elektronischen.
-Wenn man mit einigen Freunden ein Bier oder ein anderes alkoholisches Getreank trinkt, wird jeweils nur eine oder zwei Flaschen gekauft und eine Person schenkt dann in das Glas immer ein bisschen ein, und so macht man immer die Runde.

Gewohnheiten, Alltag:
-Das Telefon oder Handy wird hier immer mit "Alo" abgenommen, es wird also nicht gleich der Name genannt, sodass ich oft einfach keine Ahnung hatte, mit wem ich ueberhaupt rede. Jetzt ist das alo schon so zur Gewohnheit geworden, dass es warscheinlich schwierig wird, mir das in der Schweiz wieder abzugeweohnen :)
-Hier ist niemand puenktlich. Wenn man sich irgendwo um 16. Uhr trifft, ist man bestimmt nicht vor 16.30 dort. Ich erinnere mich gut an die ersten Wochen als wir uns am Nachmittag jeweils mit den anderen Austauschschuelern und einigen Ecuatorianern im Park getroffen haben und um punkt 4 oder sogar 5 Minuten vorher dort waren und die ersten Ecuatorianer dann so anch 20 Minuten eintrafen :) Wenn zuhause jemand sagt, um 7 Uhr gehts los, faengt man um / Uhr an, sich bereitzumachen. Und bei Einladungen gilt es eher als unhoeflich, puenktlich zu erscheinen, da die Gastgeber dann noch lange nicht bereit sind :)
-Hier wird immer im Auto rumgefahren. Auch zu den Grosseltern die glecih um die Ecke wohnen gehts mit dem Auto. Und die oeffentlichen Verkehrsmittel meide ich lieber, da die Stadtbusse immer unglaublich ueberfuellt sind, stinken und ausserdem auch Diebstahlgefahr besteht.
-Die Lieblingsbeschaeftigung eines jeden Jugendlichen besteht dann auch darin, abends in seinem Auto mit einigen Freunden ewig lange durch die Stadt zu fahren, "dar una vuelta" also eine Runde drehen, ohne eigentliches Ziel :) Kommt auch oefters vor dass wir uns zu siebt oder acht in ein Auto quetschen oder auf einem Pick-up hinten mitfahren, was unglaublich viel Spass macht!
-Das Taxi kostet in meiner Stadt imer nur einen Dollar, und auch in groesseren Staedten ist es wahnsinnig billig, weshalb es unglaublich viele Taxis gibt und diese auch extrem viel benutzt werden.
- An jeder Ecke oder einfach jede 30 Meter gibt es sogenannte "Tiendas" also ganz kleine Laeden in denen man alles findet... Jede Menge Suessigkeiten, Esswaren, Fruechte, Getraenke, aber auch verschiedenste Hashaltsartikel.
-Es wird oft an der Anzahl Autos, die eie Familie besitzt, gezeigt, wie viel Geld eine Familie hat.
-Geschaetzt die Haelfte aller Ecuatorianer mt Auto haben einen Hyundai Tucson :D

Wetter, Klima:
-Das Klima in Ecuador ist verrueckt. Es gibt zwar keine Jahreszeiten, aber das Wetter wechselt nur schon in einem Tag staendig. Man sagt deswegen auch, dass man in Ecuador die vier Jahreszeiten an einem tag erleben kann. Mal schein die SOnne und fuenf Minuten spaeter regnet es aus Stroemen und weitere 5 Minuten spaeter ist es wieder total heiss.
-Die Sonne ist wahnsinnig drueckend und stark. Als hellhaeutige europaerin brauche ich deswegen auch eine extrastarke Sonnencreme, da ich mich wahnsinnig schnell verbrenne.
-Wenn es etwa 20 Grad oder etwas weniger hat wird schon von allen gejammert wie kalt es doch sei und sie wuerden wohl bald erfrieren. (Wenn die wuessten wie der Winter in der Schweiz ist.....)

Schule:
-Das Klassenzimmer wird in der Schule nie gewechselt, die Lehrer kommen jeweils fuer die Stunde ins Klassenzimmer.
-Es gibt eine Schuluniform.
-Fuer den Sportunterricht zieht man sich nicht um, sondern kommt mit der Sportuniform zur Schule. Der Sportunterricht findet auch immer draussen statt, ob es jetzt regnet, oder die SOnne scheint.
-Wenn jemand die Antwort weiss, wird immer laut reingerufen.
-Kommt vor, dass jemand waehrend der Unterrichtsstunde einfach anfaengt Gitarre zu spielen.


Fehlen noch unglaublich viele Sachen, ich habe jetzt aber keine Zeit mehr....
Fortsetzung folgt!!!

Mittwoch, 10. März 2010

Karneval, Valentinstag, Vulkane...

HOLA!! Endlich komme ich wieder einmal dazu, etwas zu schreiben... Ich bin hier wie immer schoen beschaeftigt und die Zeit vergeht wie im Flug. Schon ist Maerz und es geht immer mehr auf meinen Geburtstag (25.Maerz) zu, fuer den wir schon eine grosse Fiesta geplant haben :)
Ich weiss jetzt auch schon, wann ich wiede nach Hause komme.... Am 17. Juni fliege ich hier ab und komme am 18. Juni 09 wieder in Zuerich an... fehlen also nur etwas mehr als drei Monate und ich kann es wirklich kaum glauben, das die Zeit so schnell vorbeigegangen ist!!! Es gibt so viele Sachen die ich an Ecuador so sehr mag und ich habe hier eine zweite Familie und viele neue Freunde gefunden, die ich auf jeden fall wahnsinnig vermissen werde. Ich habe Spanisch zu sprechen gelernt und viele neue Dinge kennengelernt.Es gab schwierige aber auch wunderschoene Momente aus denen ich viel gelernt habe! Und jetzt sind schon fast 7 Monate meines austauschjahres vorbei und ich moechte die letzten Monate einfach noch voll und ganz geniessen!! Nun werde ich euch aber noch ueber meinen Februar erzaehlen:

Februar bedeutet in Ecuador Karnevalszeit. Und Karneval bedeutet unglaublich viel Spass. Hier in Ecuador besteht Karneval nicht wie in der Schweiz aus Guggenmusik, Konfettischlachten und Verkleidungen, sondern aus riesigen Wasserschlachten. Auf der Strasse ist man nirgends mehr sicher, denn an jeder Ecke wird man mit Wasserbomben beworfen oder einem wird sogar einen ganzen Eimern voll Wasser angeleert. Vor meiner Schule war jeweils die Hölle los und ich bin einige Tage lang nie trocken nach Hause gekommen. Und ich als “gringa” musste natürlich reichlich in den ecuadorianischen Karnevalsbrauch eingeführt werden und wurde immer als erste von allen nass gemacht. Es wird aber nicht nur mit Wasser gespielt, das wäre ja langweilig. Kann also gut sein, dass dir plötzlich ein Ei an den Kopf fliegt oder Mehl in die Augen. Auch gibt es spezielle Schaumsprays, bei denen wir uns wirklich total von Kopf bis Fuss voll gespritzt haben. Einmal, vor meiner Schule, bin ich von einigen Jungs gepackt worden, weggetragen, auf den Boden gelegt und dann von einem gigantischen Eimer voll Wasser, gemischt mit viel Erde, überleert worden und mit einem lauten “Bienvenida en Ecuador” (Willkommen in Ecuador) wieder freigelassen. So kam ich dann zuhause klitschnass und voller Erde an und verbrachte erst mal gut 2 Stunden damit, meine schöne blauweisse Uniform von Hand zu waschen. Einige Male haben wir uns auch mit einigen Freunden getroffen, um Karneval zu spielen und haben unter anderem unser ganzes Haus mit Schaum voll gespritzt und uns einmal mit der ganzen Kleidung in einen Pool gestürzt. :)

Neben dem ganzen Karnevalspass habe ich aber auch noch einige andere Dinge erlebt. Am 14. Februar war, wie auf der ganzen Welt, auch in Ecuador der Valentinstag. Valentinstag ist hier ein ziemlich grosses Ding und es wurde schon Wochen davor diskutiert und überlegt, was man sich den schenken und mit dem Freund unternehmen soll. In der Schule wurden wie wild Karten, Rosen und andere Geschenke verteilt. Ich habe den Valentinstag schlussendlich mit meinen Schwestern und dem Freund meiner grossen Schwester in Salcedo, einem Dorf in der nähe von Latacunga verbracht, wo wir gepicknickt und natürlich auch zünftig Karneval gespielt haben (wobei ich von einem kleinen, fremden Jungen aus dem Hinterhalt angegriffen wurde).

Dann gab es kurze Ferien, das heisst, wir hatten 2 Tage schulfrei! Mit meiner Familie fuhr ich nach Riobamba, wo wir von einem Freund, der früher für meinen Gastvater gearbeitet hat und seiner ganzen Familie zum Essen eingeladen wurden. Die Familie wohnt ziemlich auf dem Land und wir haben uns schon gefragt, ob wir wohl wieder heil nach Hause kommen würden, als wir nach einer – so schien es – unendlichen Fahrt auf eher etwas schlechteren Strassenverhältnissen, endlich in dem kleinen Dorf angelangt sind. Die Familie gehört eher zu den ärmeren Familien Ecuadors, was man an den Lebensverhältnissen schnell erkennen konnte. Wir wurden aber unglaublich herzlich aufgenommen und versorgt und es war eine gute Erfahrung, auch einmal das Leben in der Unterschicht des Landes kennen zu lernen. Das kleine Dorf, in dem wir zu Besuch waren, lag am Hang eines grossen Hügels, direkt gegenüber des aktiven Vulkans „Tungurahua“, der dann auch fleissig Asche gespuckt hat, was doch auch ein nicht unbedingt alltägliches Erlebnis war... :)

Ansonsten habe ich viel mit meinen Freunden und Schwestern unternommen, besonders it meiner 18-jaehrigen Gastschwester Maria Fernanda, bevor diese am 24.Februar fuer sechs Monate in die USA geflogen ist.. Es war sehr traurig mich von ihr zu verabschieden, da Maria wirklich wie eine Schwester fuer mich geworden ist und ich leider nicht weiss, wann ich sie wiedersehen werde ):
Ich habe aber immer noch meine anderen beiden Schwestern und jetzt halten wir umso mehr zusammen! Letzte woche ist sowas wie ein kleiner Jahrmarkt nach Latacunga gekommen, mit verschiedenen Bahnen und Sachen wie Schiessbuden, was dann natuerlich auch alles einmal kuenftig ausgetestet werden musste. Letzten Samstag war ich mit einigen Freunden in einer Disco, die eigentlich erst ab 18 ist und es war so richtig toll :) So ist immer etwas los..!!

Nun wuensche ich euch eine gute Zeit, einen schoenen Fruehling und bis bald
Sonja

Montag, 8. Februar 2010

Fussball & anderes

Hallihallo
endlich wieder einmal komme ich dazu, euch etwas aus von meinem Leben in Ecuador zu erzaehlen. Heute ging ich mit meinem besten Freund Leonardo an mein allererstes Fussballspiel in Ecuador., was eine supertolle Erfahrung war. Zuerst moechte ich euch aber noch ueber einige weitere Ereignisse der letzten Zeit berichten:
Mitte Januar waren standen die “Fiestas del Colegio” also das Schulfest an. Zu diesem Fest gehoerte auch ein Wettbewerb, bei dem jede Klasse zum Thema Kinderrechte ein Video einreichte und so dann die 8 Finalisten ausgewaehlt werden. Meine Klasse hat sich richtig ins Zeug gelegt, wir haben ein Musical geschrieben und fuer die Lieder eine kleine Band zusammengestellt. Fuer die Proben (ich spielte Klavier) habe ich sogar meine geplante Reise an den Strand sausenlassen. An einem Samstag trafen wir uns dann in der Schule, um das Musical zu filmen. Alle waren wirklich zufrieden und die Enttaeuschung war umso groesser, als uns dann mitgeteilt wurde, dass wir uns nicht fuer das Finale qualifiziert hatten. Trotzdem waren alle meine Klassenkameraden am Tag des Finales auf der Tribuehne mit Fahnen und Banden fuer die “Socialitos” also meine Klasse, anzutreffen und das ganze machte riesigen Spass, auch wenn wir nicht aktiv am Finale hatten teilnehmen koennen.
Zu den Schulfestern gehoerten auch ein Gottesdienst und die “Casa abierta”, also ein Tag der offenen Tuere. An diesem Tag wuerden fuer fast jedes Fach Staende aufgestellt und ich durfte stundenlang auf Englisch erklaeren, wie selbergemachte Handtaschen aus alten T-shirts genaeht werden. Was doch eher etwas langweilig war.

Vor etwa einer Woche habe ich meine schoenen langen blonden Haare abgeschnitten. Ich hatte das eigentlich gar nicht vorgehabt, bin einfach zum Friseur gegangen mit der bitte, mir einen neuen schnitt zu verpassen. Und dann hiess es Schnipp-Schnapp, Haare ab. So kurz sind sie aber auch wieder nicht und das Resultat gefaellt mit auch wirklich gut! Auf Facebook kann man Fotos betrachten. :)

Nun aber zum Fussballspiel. Am Morgen um 9 Uhr wurde ich von meinem Freund Leonardo abgeholt und wir sind zusammen im Bus ins ca 45 Minuten enttfernte Ambato gefahren. Dort spielte unser Team "LIGA" aus Quito gegen Macara aus Ambato. Mit Liga-Trikots und -Schals ausgeruestet kamen wir dann gegen 10 Uhr 30 im Stadion an und suchten uns einen Platz. Das Stadion ist nicht mit einem Fussballstadion in der Schweiz vergleichbar.. Es ist zwar gross aber relativ alt und sicher kann man es nicht unbedingt nennen. Innen im Stadion wurden ueberall kleine Staende aufgestellt und von Pommes ueber Reisportionen, Bier, Sandwichs, Colas bis zu Lollipops wirklich alles moegliche verkauft. Auch wurden einem alle moeglichen Fanartikel angeboten.
Langsam aber sicher fuellte sich das Stadion und es wurden auch viele Banden und Fahnen aufgehaengt. Als dann das Spiel begann wurde auch die Athmosphaere richtig aufgeheizt, was eigentlich vergleichbar mit einem Spiel in der Schweiz war. Ich fand mich etwas hilflos vor,d a ich keine der Sprueche auswendig konnte und zwischen all den wild schreienden einfach still dastand xD Von meinen Begleitern wurde ich gewarnt, dass bei einem Goal der Liga alle wie wild herumrennen wuerden. Was ich in diesem Fall denn machen solle, fragte ich. Die antwort lautete: einfach stehenbleiben und aufpassen, dass ich nicht umgestossen werde. Aha. Ich betete zu Gott dass die Liga kein Goal schiessen moege, denn ich hatte doch ziemliche Angst. Zuerst wurden meine Gebete auch erhoert, denn Makara ging mit 2 zu 0 in Fuehrung und ich war ziemlich beruhigt. Dann aber in den letzten Minuten schoss die Liga doch noch ein Goal und wie vorusgesagt begannen alle Leute wie wild abwaerts zu rennen. Ich konnte mich aber gut aus dem ganzen raushalten. Beim zweiten Goal in wenigen Minuten, welches gleichzeitig den Ausgleich bedeutete, kam ich dann aber doch ziemlih drunter und fand mich ca 5 Stufen weiter unten wieder, da mich Leo gluecklicherweise vor den verrueckten gerettet hatte xD ich bin aber wirklich fast druntergekommen.. mein einziger gedanke war "die Ecuatorianer spinnen!". Das Spiel endete dann 2 zu 2 unentschieden, wurde aber wie einen Sieg gefeiert. Nun bin ich wieder zuhause, mit einem grausamen Sonnenbrand und todmuede. aber es war ein tolles Erlebnis, und wir woellen naechste Woche gleich wieder ans naechste Spiel gehen. :)

Das wars auch schon wieder von heute, machts gut und bis bald

Sonja

Donnerstag, 14. Januar 2010

Weihnachten und Silvester

Feliz año nuevo!! Als erstes moechte ich euch allen alles gute im neuen Jahr wuenschen! Schon sind wir im 2010 und es geht langsam aber siher auf die Halbzeit meines Austauschjahres zu!

Endlich habe ich Zeit, um euch ueber meine Feiertage zu berichten!! Am 24. Dezember am Nachmittag lief ich bei strahlendem Sonnenschein und schoenstem Wetter ins Zentrum, um im Internetcafe via Skype ein bisschen mit meiner Familie in der Schweiz zu plaudern. Am Abend machten wir uns fertig, packten die Geschenke ein und fuhren zum Haus einer Tante, wo schon die gesamte Verwandtschaft auf uns wartete. Und dann feierten wir Weihanchten.
Mein Eindruck von Weihanchten in Ecuador war, verglichen zu Weihnachten in meiner Familie in der Schweiz, ziemlich laut und chaotisch. Zuerst wurde Truthan gegessen, da typische Weihanchtsgericht, und danach gabs Geschenke. Ich bekam von meiner Familie ein T-Shirt, Socken und eine Tasche. Typisch hier ist es auch, dass an alle Kinder Saecklein mit Suessigkeiten verteilt werden, so wurden wir also genuegend mit Suessem eingedeckt :)
Danach wurde Musik gehoert, getanzt und (natuerlich nur unter den Erwachsenen) reichlich getrunken.
Am naechsten Morgen gingen wir wieder zum Haus meiner Tante, wo wir uns dann ans Aufraeumen machten und den Rest des Truthans assen. Die naechsten Tage vergingen dann ganz schnell, meine Schwestern und ich genossen es vorallem, endlich einmal Ferien zu haben und richtig schoen lange aussschlafen zu koennen.

Am 31. Dezember redete ich dann nochmal mit meiner Familie in der Schweiz, um allen einen guten Rutsch ins 2010 zu wuenschen, und dann gingen die Feierlichkeiten in Ecuador los. Mit meiner Tante und ihrer Familie machten wir uns am fruehen abend ins Zentrum auf, wo es viel zu sehen gab. Silvester ist hier ein grosses Fest und wird mit viel drum und dran gefeiert. Es ist ein Brauch, grosse Puppen zu bilden, die dann spaeter am Abend verbrannt werden. So konnten wir an jeder Ecke die lebensgrossen Puppen betrachten, die schoen angerichtet und mit Spruechen zum neuen Jahr aufgestellt waren.
Auch ist es typisch, dass einige Maenner sich als Frauen verkleiden und an Kreuzungen vor den Autos tanzen, was doch ein ziemlich amuesanter Anblick ist. :) Viele Leute laufen auch mit Masken herum, so haben mein Cousin und ich uns natuerlich auch typische Silvestermasken gekauft. Spaeter am Abend versammelten wir uns alle im Haus unserer Grosseltern, wo als erstes reichlich gegessen wurde, und draussen wurde zu Musik getanzt. Auch in unserer Familie haben sie Puppen gebildet und sogar ich wurde dargestellt:) Spaeter dann wurde das Testament der Familie verlesen, was auch ein Brauch hier ist, also es wird humorvoll aufgeschrieben was man jedem Familienmitglied im neuen Jahr hinterlaesst. Wieder im Haus, gab es einen "intercambio de regalos", also einen Austausch von Geschenken. Jedem Familienmitglied wurde davor eine Person zugelost, fuer die man dann ein Geschenk besorgen musste. So wurden dann die Geschenke verteilt und ich bekam von meinem kleinen Cousin eine Bluse und Schmuck.
Bald war es dann soweit und kurz vor Mitternacht zuendeten wir die Puppen an, und um Punkt zwoelt wurde dann allen mit einer festen Umarmung ein frohes Neues gewuenscht!
Danach wurde bis in die fruehen Morgenstunden weitergetanzt und gefeiert und aufs 2010 angestossen!!

Das waren also meine Feiertage in Ecuador, ziemlich adners als in der Schweiz, aber doh ziemlich schoen. Besonders an Weihnachten habe ich mir schon gewuenscht, fuer einige Stunden zu Hause sein zu koennen um Weihnachten mit meiner richtigen Familie zu feiern, aber Heimweh konnte man das nicht nennen.
Ich bin richtig gluecklich hier in Ecuador und will gar nicht daran denken, dass es in weniger als 6 Monaten alles schon vorbei ist... Ich habe mir hier in Ecuador ein zweites Leben aufgebaut, habe eine zweite Familie und viele Freunde, und es wird sicher schwer werden, das alles hinter mir zu lassen. Aber ich werde jetzt einfach das Beste aus der zweiten Haelfte meines Austauschjahres machen!

Liebe Gruesse aus Ecuador
Sonja